Reparatur

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01.01.2014:

Den Ausbau des Chassis habe ich ja schon hier beschrieben.

Nun geht es dem kleinen also an den Kragen. Weil ich gerade meinen Röhrentester an hatte, habe ich ausnahmsweise einmal damit angefangen. Das Ergebnis ist durchaus zufriedenstellend.

EC92: Gut.

EL95: Gerade noch brauchbar, sollte also für den kleinen noch reichen.

EABC80: Drei Systeme, drei Ergebnisse. Gut/noch brauchbar/ schlecht.

EF89: noch gut.

ECH81: noch gut/gut.

Da es ja kein Alltagsgerät werden soll dürfen die Röhren allesamt wohnen bleiben. Die grundsätzlichen Funktionen wie Empfang und Verstärkung sind ja gegeben.

 

08.02.2014:

Erste Spannungsmessungen im Netzteil ergaben eine um über 30 Volt zu niedrige. Nach ziehen der EL95 ging diese zwar hoch, aber nicht wie erwartet. Ursache war der defekte Gleichrichter. Obwohl ja oft verteufelt und noch öfter vollkommen sinnlos gewechselt, dieser Selengleichrichter hat es hinter sich.

Deutlich sind die Spuren der Überhitzung an den einzelnen Plättchen sichtbar. Da es sich bei diesem Radio aber nicht um eine Brückengleichrichtung handelt, sondern nur um eine Einweggleichrichtung, muß ich in Sachen Ersatzteil passen. Habe ich nicht! :-(

Ersetzt wurde der Gleichrichter dann durch eine Diode (BY255) und einem Widerstand (180 Ohm, 5 Watt).

Auf dem Bild sieht man meine Ersatzschaltung. Ich habe diese mit Schrumpfschlauch überzogen und nun unter dem Chassis platziert. Vorne war leider durch den etwas größeren Umfang des Widerstandes nicht genug Platz. Den Kondensator (Pfeil) habe ich übrigens nicht gewechselt. Das war ein Werk meines Vorbesitzers. Wie bei Siemens typisch, dürfte da original einmal ein eingeklebter Papierkondensator gesessen habe. Das sieht man an den Spuren unter dem Kondensator. Das ist kein Rost, das sind Kleber-Rückstände. :-)

Da wir gerade bei den berüchtigten Papierkondensatoren sind, wurde der letzte unter dem Chassis auch gleich gewechselt. Dieser befindet sich am Lautstärkeregler und hat original 25 nF. Jetzt werkelt da ein 22 nF Styroflex neuester Bauart.

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02.03.2014:

Da die NF nun OK ist folgen nur noch ein paar Probemessungen. Dabei fällt auf das an G2 der EF 89 (Pin8) statt 72 nur ca. 50 Volt anliegen. Der schuldige ist schnell gefunden. In diesem Fall war es der 60 K Widerstand.

Ich hatte zufällig noch einen der alten Bauart. Dieser wurde also aus seinem Schlaf geweckt und darf jetzt wieder Widerstand leisten. :-)

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03.03.2014:

Eigentlich wäre nun alles schön... wenn da nicht das kleine Problem mit dem Umschalten AM/FM wäre. Es stört mich schon ein wenig wenn man öfter einfach mal umschalten muß, nur damit der Kontakt wieder gegeben ist. Bei diesen Pertinaxplatten will ich aber nicht mit irgendeinem Kontaktspray arbeiten. Also muß das Ding raus!

Zunächst werden also jede Menge Fotos aus allen möglichen Ansichten gemacht. Ich kenne mich selbst; Nach einigen Wochen habe ich keine Ahnung mehr, was nun wo angeschlossen war!

Ausbauen geht immer einfach. :-) Naja... Fast. :-)

Nachdem alle Kontakte abgelötet und die Halteklammern aufgebogen wurden, bekam ich die Kontaktleisten trotzdem nicht heraus. Dazu muß man nämlich die zwei Haltenasen umbiegen.

Jetzt konnte man die Mechanik entfernen und zum Vorschein kamen die Kontaktleisten.

Manchmal kann man sich nur wundern, wieso da überhaupt noch irgend etwas Kontakt hat. :-)

Die kleinen Kontakte habe ich mit einem Glasfaserpinsel gereinigt. Bei der Leiste mußte feines Schmirgelpapier herhalten.

Allerdings weigerten sich diese kleinen Messingbiester einfach während der Montage in einer vernünftigen Position zu bleiben.

Etwas Überredungskunst in Form von Sekundenkleber löste aber auch dieses Problem.

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09.03.2014:

Währende der Montage der Leiste habe ich dann einfach mal so den 39 K Widerstand (roter Pfeil) überprüft. Der hing da gerade so einseitig abgelötet rum. :-) Jetzt hängt er nicht mehr rum, jetzt liegt er in der Tonne. Mit knapp 72 K Ohm hat er die Toleranzgrenze bei weitem überschritten. Den 47 K (grüner Pfeil) hatte ich vorher schon geprüft. Dieser war OK und sollte eigentlich wieder eingebaut werden. Warum auch immer.... Ich finde den nicht mehr! Keine Ahnung wo ich den hingelegt habe. Nur deshalb mußte ein neuer einziehen. Hier sind noch die alten auf dem Bild.

10.03.2014:

Nun muß ja niemand denken das die Montage einfach so und ohne Probleme erfolgte. Als erstes meinte natürlich eine Unterlegscheibe von der Feder einfach verschwinden zu müssen. Weil es in diesem Radio ja auch nur ein logisches Versteck für so etwas gibt, durfte ich direkt den Lautsprecher ausbauen. :-)

Wo sonst hätte die auch hinfallen können? :-)

Nach der Montage der Kontaktleiste gab es aber ein Problem. Obwohl peinlichst alle Anschlüsse kontrolliert wurden macht der Siemens keinen Mucks! Eine Überprüfung ergab einen Kurzschluß im Schalter 3 der Kontaktleiste. Diesen konnte ich beseitigen, dafür sind mir direkt beim nächsten einschalten zwei Widerstände abgeraucht.

Ich gestehe das ich momentan etwas planlos bin. Weiter also erst demnächst. :-)

13.03.2014:

Nun wieder etwas schlauer, aber trotzdem Ergebnislos.... Der AÜ ist gestorben. Bisher konnte mir noch niemand erklären was das nun mit dem ursprünglichem Fehler zu tun hat. :-(

Das Projekt Siemens A 60 ist also bis auf weiteres (bis zum zufälligen Erwerb eines passenden AÜ) beendet!

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29.05.2014:

Nachdem ich bei Ebay einen Ausgangsübertrager mit halbwegs passenden Wicklungen ergattern konnte, geht es jetzt mit dem Einbau weiter.

Zunächst wurde der "neue" natürlich testweise angeschlossen.

Nachdem alle Krokoklemmen ihren Platz gefunden hatten, wurde das Radio eingeschaltet. Erfolg auf 98% der Linie. Soll heißen; Das Radio spielt, hat aber einen ganz kleinen Brumm im Ton. Naja, zur Not muß ich erst einmal damit leben. Nun galt es den neuen AÜ zu implantieren.

Dazu mußte erst einmal wieder der Lautsprecher raus. Danach konnte man den alten AÜ problemlos entfernen. An dem Ersatztrafo wurden mittlerweile die Anschlußplatine entfernt und die Kabel verlängert.

Das ganze wurde mit Schrumpfschlauch nicht nur isoliert, sondern auch in Form gebracht. Natürlich passte die Halterung des "neuen" nicht einfach so. Um nun keine neuen Löcher zu bohren, wurde er einfach diagonal verschraubt. So kann man später, falls einmal ein original AÜ auftaucht, immer noch alles wieder zurück bauen.

Bei dem nun erfolgtem Testlauf mit dem verschraubtem AÜ ist auch der Restbrumm verschwunden. Was so ein wenig Masse nicht alles ausmacht. :-)

Dem aufmerksamen Leser und Kenner der Materie wird es nicht entgangen sein: Ich habe einen großen Fehler bei dem 180 Ohm Widerstand hinter der Diode (Ersatzgleichrichterschaltung!) gemacht.

Warum auch immer habe ich die aufgedruckten 1 Watt ignoriert und dafür die Angabe für die Toleranz (5%) für die Wattzahl gehalten! Diesen Fehler habe ich nun korrigiert und einen Zementwiderstand mit 180 Ohm und tatsächlichen 5 Watt eingebaut. Asche auf mein Haupt!

Nun funktioniert das Chassis perfekt und wird als "fertig" gemeldet. Demnächst geht es also weiter mit dem Gehäuse.

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09.06.2014:

Einmal musste das Chassis mich noch ärgern. Natürlich trat der Fehler erst nach Einbau des Chassis auf, alles andere wäre ja langweilig. :-)

Nachdem das Radio nun ohne Gehäuse einige Wochenenden im Testbetrieb keinerlei Probleme machte, war UKW nun nach dem Einbau wieder sehr störrisch. Ein paar leichte Schläge oder auch ein verdrehen des Wellenschalters .... dann ging es wieder. Bis zur nächsten kleinen Erschütterung jedenfalls. Zuerst glaubte ich das ich irgendwo eine kalte Lötstelle produziert hatte. Aber dieses mal war ich wirklich unschuldig.

Der 470 K-Ohm an der EC92 war auch noch defekt. Allerdings nicht in der Art einer Widerstandserhöhung, das wäre ja dann ein dauernder Fehler gewesen. Dieses Biest war  direkt am Gehäuse angebrochen. Wenn also Kontakt vorhanden war stimmte der Wert, aber jede kleine Erschütterung konnte den Kontakt beenden und schon war Ruhe. :-) War wohl reiner Zufall das es vorher immer funktioniert hat. :-) Nun ist er in Rente!

Nach dem Austausch funktionierte dann alles wie erwartet. Das Gehäuse wurde nur mit warmen Wasser und Seife gereinigt. Es sind nicht alle Flecken verschwunden, aber ich wollte nicht mit Chemie an den Kunststoff.

Es bleibt also nur noch das Abschlussbild und die endgültige Fertigmeldung.

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