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Da es ja am Gehäuse nicht viel zu tun gibt erkläre ich den Ablauf auf die Schnelle und ohne großartige Bilder. Das Chassis ist nach Ablöten des Lautsprechers und Lösen der vier Schrauben am Boden, ohne Hindernisse nach hinten raus zu ziehen. Auch die restlichen Teile vom Gehäuse zu trennen bereitet keine Probleme. Alles ist ganz einfach nur geschraubt und selbsterklärend. Das Holz habe ich mit Autopolitur behandelt und glänzt nun wieder. Die Plastikteile wurden wie gewohnt mit Seife und Handwaschbürste geschrubbt. Dann noch etwas Chrompolitur für die Messingteile und den Lautsprecherstoff vorsichtig mit Haarshampoo gereinigt. Fertig war das optische. Kommen wir also zur technischen Seite. Natürlich war das Radio nicht, wie vollmundig behauptet, komplett in Ordnung. Allerdings hielten sich die Schäden auch in Grenzen. Zu bemängeln war ein schwergängiges Lautstärkepoti. Dieses war fest mit dem Klangregler verbunden. Ein wenig Schneidöl und etwas Geduld war aber auch schon die ganze Arbeit daran. Stichprobenartig habe ich einige Styroflex-Kondensatoren einseitig getrennt und gemessen. Erwartungsgemäß lagen alle noch in ihren Toleranzwerten. Also blieben nur noch zwei Papierkondensatoren, welche in diesem Alter eigentlich immer defekt sind, zu wechseln. Der besseren Übersicht habe ich für das Photo die beiden Röhren (EABC80 & EL95) abgezogen. Wie man sieht war das auswechseln absolut problemlos. Wie sie sehen sehen sie innerhalb des roten Kreises nichts. Oder besser; Sie sehen keinen Kondensator! Der alte Papierkondensator der sich an dieser Stelle befunden hatte war nur sehr schwer zu entfernen. Die obere Platine lag genau auf dem Kondensator und dieser war auch nach Ablöten nicht dazu zu überreden sich von der Stelle zu rühren. Nur mit etwas Gewalt konnte ich ihn nach fast einer halben Stunde mit zwei Zangen und einem Schraubenzieher nach vorne durchstoßen. Der Einfachheit halber habe ich den Ersatzkondensator dann von unten angebracht. Bei dem anschließendem Testlauf stellte ich dann fest das die Kurzwelle tot ist. Alle anderen Wellenbereiche spielen nahezu perfekt. Ursache war das kleine, hauchdünne Käbelchen (gelber Pfeil) das so vollkommen planlos in der Luft herumhing. Da ich nirgends ein anderes abgerissenes Ende entdecken konnte mußte ich allen Ernstes den Schaltplan bemühen. :-) Ich bin dann zu dem Schluß gekommen daß das kleine Käbelchen an diese Stelle (grüner Pfeil) gehört. Dem war dann auch so. Scheint so als ob ich in letzter Zeit doch etwas gelernt habe. :-)) Blieb also nur noch der Zusammenbau des Ganzen. Dabei fiel mir auf, das die EM84 viel zu locker in der dafür angedachten Halterung sitzt. Das bedeutet das ich irgendwann noch einmal das Gerät öffnen darf und dort eine passende Schlauchschelle oder ähnliches an die Halterung anbringen darf. Trotzdem melde ich das AEG als FERTIG! :-) Nachtrag: Das Radio hatte nun einige Monate regelmäßigen Betrieb hinter sich, als ein Arbeitskollege Interesse daran fand und es als Weihnachtsgeschenk für seine Frau kaufen wollte. Bis Weihnachten waren es aber noch einige Monate und da man so ein Radio eben nicht einfach so verstecken kann, blieb es erst noch bei mir und wurde auch weiter benutzt. Irgendwann fiel mir dann ein seltsamer Geruch auf. Dieser kam vom Netztrafo der gerade dabei war sich selber zu braten. Ursache war der nun defekte gewordene Gleichrichter. Normalerweise hätte die Sicherung durchbrennen müssen. Das dieses nicht geschah lag daran, das der Sicherungshalter des Heizstromes von hinten gebrückt war! Das ist mir bei der Reparatur vorher nie aufgefallen, wer denkt auch schon an so etwas? Von daher gilt noch einmal als Warnung: Betreiben Sie ein Röhrenradio NIE ohne Aufsicht! In meinem Fall hätte der Trafo auch durchaus Feuer fangen können und schon brennt die Hütte, im wahrsten Sinn des Wortes! Das AEG hat nun einen neuen Trafo und der Gleichrichter wurde ersetzt. Momentan läuft es wieder Probe und wird pünktlich zu Weihnachten bei seinem neuen Eigentümer stehen. :-) |